
Lernen, ohne es zu merken!
Spielend lernen
„Können wir noch eine Runde spielen?“
Wenn nach einem Lernspiel, bei dem Französischvokabeln repetiert werden, dieser Satz erklingt, heisst das wohl, dass man mit dem Lernspiel ins Schwarze getroffen hat. Die Schülerinnen und Schüler sind motiviert, setzen sich aktiv mit dem Lernstoff auseinander und nehmen die Wiederholung der Vokabeln kaum als klassische Übung wahr.
Sie üben nicht mehr, weil sie müssen, sondern weil sie wollen. Dieser innere Impuls, der nicht von außen kommt, sondern aus ihnen selbst, ist die intrinsische Motivation. Sie entsteht, wenn wir etwas aus eigenem Interesse tun – weil uns eine Aufgabe neugierig macht, weil wir eine Herausforderung meistern möchten oder weil uns die Tätigkeit selbst Freude bereitet.
Wenn die Schülerinnen und Schüler während des Spiels merken, dass sie sich an immer mehr Wörter erinnern, richtige Antworten geben und von Runde zu Runde sicherer werden, erleben sie unmittelbar: „Ich kann das.“
Solche Erfolgserlebnisse stärken das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und lassen die Kinder ihre eigenen Fortschritte wahrnehmen.
Genau darin liegt eine grosse Stärke des spielerischen Lernens: Ein gut gestaltetes und durchdachtes Lernangebot kann Übungssituationen schaffen, die von den Kindern nicht in erster Linie als Pflicht wahrgenommen werden. Die notwendige Wiederholung erhält durch das Spiel einen anderen Charakter: Das Lernen geschieht gewissermassen nebenbei, während für das Kind die Freude am Spielen und die Herausforderung im Vordergrund stehen.
Gerade beim Vokabellernen bietet sich spielerisches Üben an. Wörter müssen immer wieder gehört, gesprochen und abgerufen werden, damit sie sich langfristig einprägen. Ein Lernspiel schafft dafür zahlreiche Wiederholungen, ohne dass diese eintönig wirken. Gleichzeitig erleben die Schülerinnen und Schüler, dass sie bereits einiges können und ihr Wissen tatsächlich einsetzen können.
Besonders schön ist dabei zu beobachten, wie auch Kinder, die sich im Fremdsprachenunterricht sonst eher zurückhaltend beteiligen, plötzlich mitmachen und sich einbringen. Der spielerische Rahmen kann den Druck nehmen, alles sofort richtig machen zu müssen. Ein Fehler bedeutet nicht gleich Misserfolg – oft geht es einfach mit der nächsten Runde weiter.
Wenn am Ende einer solchen Sequenz also die Frage nach einer weiteren Runde kommt, zeigt das nicht nur, dass das Spiel Spaß gemacht hat. Es zeigt auch, dass Lernen und Üben durchaus mit positiven Erlebnissen verbunden sein können.











